Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


wiki:10_minden_rahden

Rahden

www.Rahden.de

Dieses ist die Beschreibung der Stadt Rahden mit ihren früheren Dörfern und Bauerschaften, den ihnen folgenden Städten, Dörfern, Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Dörfer und Bauerschaften

Mit ihren jeweiligen Hausnummern etwa im Umfang vom Urkataster:

Hausstätten- und Höfeliste

Bücher

Geschichte

Die erste Erwähnung Rahdens datiert aus dem Jahr 1033. In einer Urkunde Kaiser Konrads II. bestätigt der Kaiser eine Hufe in Rodun als Besitz des Stifts St. Martini in Minden. Der Name Rodun leitet sich wohl von den Rodungen der Wälder ab. Schon früh steht das Gebiet um Rahden damit, wie das gesamte Mindener Land, unter dem Einfluss des Bistums Minden bzw. dessen säkularer Herrschaft Fürstbistum Minden.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstand in Kleinendorf durch die Bischöfe von Minden eine Burg. An dieser strategisch wichtigen Furt über die Große Aue sicherte die Burg Rahden mehrere hier sich kreuzende Handelswege. Die Wasserburg war zunächst Sitz der bischöflichen Drosten und später der brandenburgisch-preußischen Amtmänner und Beamten der königlichen Domänenverwaltung.

1353 stiftete Bischof Gerhard I. von Schauenburg die St.-Johannis-Kirche. Sie wurde Ausgangspunkt der Siedlung und des heutigen Hauptortes Rahden. Die Kirche auf dem Sandbrink ist ein Nachfolger einer alten Klus (Kapelle), die im Bereich des heutigen Westerfelds gestanden haben muss. 1572 wurden der Markt von Rahden und die Orte Kleinendorf, Varl, Sielhorst, Preußisch Ströhen, Wehe und Tonnenheide erstmals genannt. Rahden in Minden-Ravensberg

1648 fiel das Hochstift Minden nach dem Westfälischen Frieden als säkularisiertes Fürstentum Minden an Brandenburg-Preußen. Die Burg Rahden blieb Sitz eines Amtmannes. Das Amt Rahden umfasste den nordwestlichen Teil des Fürstentums. Das entspricht in etwa den heutigen Kommunen Stemwede und Rahden. 1719 wurden die Fürstentümer Minden und die Grafschaft Ravensberg unter formaler Beibehaltung ihrer Integrität zum Verwaltungsgebiet Minden-Ravensberg zusammengefasst.

Ab 1772 trägt u. a. der Bau des Neuen Kanals – einem Seitenkanal der Großen Aue – dazu bei, dass die überwiegend sumpfig-nassen und überwiegend sandigen Böden landwirtschaftlich in größerem Umfang nutzbar werden. Der Bau der Entwässerungsanlagen entlang der Aue, dem Großen Dieckfluss und der Wickriede dauerte rund 100 Jahre. Mit Beginn dieser Maßnahmen wurden durch die preußischen Landreformen im Rahdener Gebiet die gemeinen Marken geteilt.

Im Winter 1878/79 brannte die Burg (das sogenannte „Schloss“) letztmals ab. Ein Teil der verbliebenen Außenmauern bildet die heutige Ruine. Die napoleonische Zeit

1806 fiel das Gebiet um Rahden an Napoleon und wurde 1807 Teil des französischen Vasallenstaates Königreich Westphalen. Rahden war zunächst Kantonsort im Departement der Weser (Distrikt Minden). Zwischen 1811 und 1813 wurde das Gebiet Teil unmittelbarer Teil des Kaiserreichs Frankreich. Rahden blieb aber Kantonsort im Distrikt Minden, der fast vollständig zum neu errichteten Département de l’Ems-Supérieur geschlagen wurde. Nach der Rückeroberung durch Preußen gehörte Rahden ab 1813 bis zur Gründung der preußischen Provinz Westfalen provisorisch zum Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein. Rahden in der preußischen Provinz Westfalen

Bereits 1816 hatte der Staat Preußen nach Rückeroberung seiner Westgebiete seine Verwaltungsstrukturen grundlegend modernisiert. 1816 wurde Rahden Kreisstadt des neuen Kreises Rahden, der im Wesentlichen dem westlichen Teil des ehemaligen Fürstentums Minden entsprach. Außerdem bestand weiterhin das Amt Rahden, das aus den Gemeinden Großendorf (mit Flecken Rahden), Kleinendorf, Sielhorst, Ströhen, Tonnenheide, Varl und Wehe bestand. Bereits 1832 wurde der leicht vergrößerte Kreis Rahden zum Kreis Lübbecke umgewandelt und der Kreissitz ins größere Lübbecke verlegt.

Während der Märzrevolution 1848 kam es zu „Tumulten“ in Rahden und Levern, so dass der Landrat Militär anforderte, das aber mangels Truppen dort nicht zum Einsatz kam.[9] Am 1. April 1910 wurden dann Espelkamp durch Ausgliederung aus Großendorf gebildet und die verbliebene Gemeinde in Rahden umbenannt.[10]

Die Preußen förderten in Minden-Ravensberg die Flachsverarbeitung, und so erblühte auch in Rahden im 18. Jahrhundert die Textilverarbeitung in proto-industrialistischerer Arbeitsteilung. Im Rahdener Gebiet standen über 1000 Webstühle, die den Löwendleinen verarbeiteten. Durch die Rahdener Legge liefen zeitweise 500.000 „Ellen-Leinen“. Dennoch setzte die Industrialisierung in Rahden zunächst nicht durchdringend ein, so dass die ärmere bäuerliche Bevölkerung als „Rahdener Kiepenkerle“ im Winter in ganz Minden-Ravensberg ihre handgemachten Waren, wie Holzschnitzereien, anboten.

Im 19. Jahrhundert wurden diese Formen bäuerlicher Hausarbeit durch die zunehmend aufkommenden Industrieprodukte verdrängt. Auch die nun weitgehend vollständig industriell organisierte Textilproduktion fand zunehmend in den industriellen Zentren Minden-Ravensbergs statt und litt unter erheblicher Konkurrenz durch die stärker technologisierten ausländischen Spinnereien und Webereien. In der Mitte des 19. Jahrhunderts sahen sich viele Rahdener dadurch dazu gezwungen, unter anderem nach Amerika auszuwandern oder sich als Hollandgänger zu verdingen.

Mit dem Bau der Ravensberger Bahn 1899 von Bünde nach Bassum wird Rahden an die Hauptstrecken der Köln-Mindener Eisenbahn angebunden, 1910 folgt die Strecke nach Uchte. Dadurch wurde in Rahden die Grundlage für eine weitere industrielle Expansion geschaffen. Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Rahden sich zu einer „Eisenbahnerstadt“. In der Bundesrepublik Deutschland

Seit der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen ist der Rahdener Ortsteil Preußisch Ströhen die nördlichste Ortschaft des Landes.

Durch die große Gebietsreform zum 1. Januar 1973 wurde der Kreis Lübbecke mit dem Kreis Minden vereinigt; dabei wurden die kommunalen Grenzen deutlich verändert. Rahden erhielt seinen heutigen territorialen Zuschnitt, indem zum 1. Januar 1973 die heutigen Ortsteile und damaligen selbständigen Gemeinden des Amtes Rahden zur Stadt Rahden zusammengefasst wurden. Der südliche Teil von Tonnenheide fiel dabei als Ortsteil Schmalge an Espelkamp. Ein kleiner Teil des jetzt zur Gemeinde Stemwede gehörenden Ortsteils und der damaligen selbständigen Gemeinde Oppenwehe wurde hingegen der neuen Kommune Rahden zugeordnet. Mit der Kommunalreform erhielt Rahden die Stadtrechte.

Seit 1994 ist Rahden Endpunkt der sogenannten „Ravensberger Bahn“ Bielefeld-Herford-Bünde-Lübbecke-Rahden, da die weitere, nach Norden führende Teilstrecke nach Sulingen-Bassum(-Bremen) zu diesem Zeitpunkt stillgelegt wurde. Der Personenverkehr auf der Strecke Rahden-Uchte-Nienburg wurde bereits 1968 eingestellt. Auf deren Teilstück Rahden-Uchte finden vornehmlich an einigen Tagen im Sommerhalbjahr Fahrten einer Museumseisenbahn statt. Religionen Immanuel-Kirche in Preußisch Ströhen Gedenkstein für die ehemalige jüdische Gemeinde

Die Bevölkerung ist ganz überwiegend evangelisch-lutherisch, nachdem im Fürstbistum Minden nach 1530 in dessen einzelnen Kirchengemeinden zu unterschiedlichen, oft nicht genau zu bestimmenden Zeitpunkten die evangelische Lehre angenommen wurde. 1648 wurde das Fürstbistum säkularisiert und als Fürstentum Minden dem protestantischen Preußen zugeschlagen. Erst im 20. Jahrhundert kam es zu Veränderungen auf der konfessionellen Landkarte als Folge der durch den Zweiten Weltkrieg und dessen Folgen bedingten Migration, der allgemeinen Binnenmigration und der Säkularisierung, durch den Zuzug von Spätaussiedlern aus dem Osten Europas und von südeuropäischen Gastarbeitern. Den verschiedenen Konfessionen stehen im Zentrum von Rahden die jeweiligen Kirchen zur Verfügung. In der Ortsmitte finden sich die evangelisch-lutherische St.-Johannis-Kirche und eine Neuapostolische Kirche sowie im Ortsteil Kleinendorf die katholische Michaels-Kirche und ein mennonitisches Bethaus. In weiteren Ortsteilen befinden sich evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeindehäuser.

Ein gewisses Indiz für die konfessionelle Verteilung kann die Angabe der konfessionellen Zugehörigkeit der Rahdener Schüler sein. Demnach waren im Schuljahr 2003/2004 rund 79 % der Schüler evangelisch, 6 % katholisch, 3 % islamisch. 6 % gaben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, und 6 % rechneten sich keiner Konfession zu.[11]

Bis 1938 gab es in Rahden eine jüdische Gemeinde mit einer Synagoge. Die Synagoge stand an der Stelle des heutigen Parkplatzes des Rathauses an der Langen Straße. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sie vollständig abgebrannt. Ein Gedenkstein auf dem Rathausparkplatz erinnert inzwischen an die ehemalige jüdische Gemeinde Rahden. Eingemeindungen Die heutige Stadt Rahden entstand in einer Gebietsreform nach dem Bielefeld-Gesetz vom 24. Oktober 1972 zum 1. Januar 1973. Dazu wurden die sieben selbstständigen Gemeinden des Amtes Rahden (Kreis Lübbecke) zusammengefasst.[12] Diese bilden die heutigen Ortsteile von Rahden. Gleichzeitig wurde Rahden ein Teil des neugebildeten Kreises Minden-Lübbecke. Neben kleineren, unwesentlichen Flurbereinigungen zu diesem Stichtag wurden außerdem ein kleiner Teil im Osten der Gemeinde Oppenwehe (Amt Dielingen-Wehdem) nach Rahden umgegliedert sowie der südliche Teil der Gemeinde Tonnenheide als Ortsteil Schmalge an das am 1. Januar 1973 ebenfalls neu zugeschnittene Espelkamp abgegeben.[13] Nach dem 1. Januar 1973 gab es keine weiteren Umgliederungen bzw. Eingemeindungen in das Stadtgebiet.

Karten

Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke

Stadtteile der Stadt Rahden

Stadt Rahden, siehe: Maps

Verweise

Auskünfte

Archive Rahden

Komunalarchiv Minden und Kreisarchiv Minden Lübbecke

Stadtarchiv Rahden

Auskünfte oder weitere ausführliche Unterlagen in digitaler Form zu einzelnen Höfen erhalten Sie unter:

                  kokp18@westfalenhoefe.de
wiki/10_minden_rahden.txt · Zuletzt geändert: 2020/11/26 18:09 von michael